Angst "alleine zu enden"? Fragen einer 19jährigen...

Wie krass das gestern einfach war von einer 19 jährigen die Frage bestellt zu bekommen, ob ich mir denn nicht langsam Gedanken mache mit meinen fast 29 Jahren bezüglich Familie und Kinder kriegen, da ja die Uhr doch langsam tickt...

Ich hab' gedacht, ich hör nicht richtig. Bzw hätte ich mich im Jahrhundert bzw Jahrtausend geirrt!

 

Wie kommt sie auf diese verrückte Idee, mich könnte allen Ernstes dieses Thema irgendwie tangieren bzw mir gar Angst machen? Was ist los mit der Jugend? Die Mädels scheinen doch alle so emanzipiert zu sein, so tough, so stark, so selbstbewusst.

Doch sobald man ein klein wenig mehr vordringt an den Kern, merkt man, wie krass verunsichert sie dann doch sind. Wie viele Ängste hinter all diesen Köpfen stecken. 

 

Und natürlich stellte ich mir daraufhin unweigerlich die Frage. Habe ich latent Angst davor „alleine“ zu enden? Ich meine, klar habe ich mir diese Frage selbst beantwortet und ehrlich gesagt ist die Antwort auch bulletproof.

Nein, ich habe keine Angst. So ganz und gar nicht. 

Aber wenn mir das Leben so eine, für mich abstruse Frage schickt, kann man sich ja auch ein paar Minuten Zeit nehmen und darüber mal meditieren.

 

Gibt es in meinem Leben einen Partner, mit dem ich es mir vorstellen könnte in den kommenden Jahren Kinder zu haben und eine Familie zu gründen? Will ich überhaupt in den kommenden Jahren Kinder haben und eine Familie gründen? 

Keine dieser Fragen könnte ich mit einem 100%igem JA oder NEIN beantworten. Es gibt definitiv mindestens einen Mann mit dem ich es mir vorstellen könnte, ein Kind zu haben. Es gibt auch mindestens einen Mann, mit dem ich es mir vorstellen könnte Kinder gemeinsam groß zu ziehen (Unterschied in der Wortwahl dabei bitte beachten!). Ich könnte mir es auch vorstellen keinerlei Kinder in den kommenden Jahren zu haben. Oder auch jemals! 

Either way, ich weiß nämlich, dass ich glücklich und erfüllt wäre!!! Und vielleicht ist dieser Glaube genau das, was mir die Angst nimmt. Ich trage in mir das Selbstbewusstsein und die Selbstsicherheit, dass egal wie sich mein Leben ergeben wird (ob mit oder ohne Kinder), ich definitiv immer ein erfülltes Leben hätte. Und diese Fülle knüpfe ich an keine Voraussetzung. 

Life as a work in progress. Und wenn man nicht fähig ist all die kleinen Schritte und Wege eines jeden Tages als einen Teil eines erfüllten Lebens zu sehen, glaube ich nicht, dass man fähig sein wird, das Leben zu genießen, wenn man *Kinder/Familie/Partner (fill in the gap) endlich hat. Viel eher gibt es da die Wahrscheinlichkeit, dass man vor einer großen Leere stehen könnte, wenn man „alles“ erreicht hat. Denn man hat ja noch nie das Gefühl kultiviert etwas zu feiern und wertzuschätzen. 

 

Dementsprechend habe ich wirklich keinerlei Angst, wie oder was sich in den kommenden Jahren ergeben wird. Denn ich habe das Vertrauen und und die Sicherheit, dass alles seine Ordnung und seinen Sinn hat. Und die Tatsache, dass sich mein Leben jetzt schon bereits verdammt geil anfühlt, gibt mir die Gewissheit, dass es sich mit oder ohne Kinder auch verdammt geil anfühlen wird. 

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